Beschaulich oder besser aktiv?
Augsburger Allgemeine Zeitung Montag, 20. Juni 2011
Wolfgang Vogl über einen Dauerbrenner der Spiritualität - Die menschliche Suche nach dem richtigen Weg im Glauben an Gott und letztlich nach einer Vereinigung mit Gott, ist eine Suche, die die christliche Spiritualitätsgeschichte seit ihren Wurzeln her durchdringt. Was ist besser: tätig-praktischer Einsatz am Nächsten oder beschaulicher Glaube in monastischer Abgeschiedenheit? Dieser Spannung ging Pfarrer Wolfgang Vogl, zukünftiger Professor für Theologie des geistlichen Lebens an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg, in einem Vortrag im Haus Edith Stein der katholischen Hochschulgemeinde nach. Als „Dauerbrenner“ der Spiritualitätsgeschichte schlechthin bezeichnete Vogl die beiden Pole Aktion und Kontemplation. „Ausgehend von der Antike bis in die Gegenwart hinein werden jene Begriffe mal als harmonische Einheit, mal als spannender Gegensatz empfunden“, erklärte Vogl. Hatten sich antike Philosophen wie Heraklit, Sokrates und Demokrit mit ihrem Standpunkt oberhalb und außerhalb jener Spannung von Theorie und Praxis einem Widerspruch noch weitgehend entzogen, maß Platon einer kontemplativen Lebensweise bereits den Vorrang zu. Seine Versuche, die Staatsordnung auf eine göttliche Ordnung zu gründen, scheiterten jedoch an jener Spannung von Gott und Welt. Eine Verbindung von Aktion und Kontemplation, eine „vita mixta“ (gemischte Lebensführung), ist erst für die Welt des Alten Testaments in der Einheit von Glaube und Einhaltung der göttlichen Gebote selbstverständlich gewesen, sagte Wolfgang Vogl. Im Neuen Testament habe sich diese Einheit noch weiter verfestigt. Die unterschiedlichen Schwestern Martha und Maria aus dem Lukasevangelium, die eine rastlos beschäftigt als Gastgeberin, die andere ganz dem Hören auf Jesus hingegeben, dienten als typische Vertreterinnen. Vogl machte deutlich, dass das Hören auf Jesus als notwendige Voraussetzung für ein rechtes Handeln zu begreifen war – eben die „Wahrheit tun“. Geistliche Bedeutung sei einem aktiv gelebten Glauben im Mittelalter zuteilgeworden: Das benediktinische Mönchtum hatte die Formel „Ora et labora“ (Bete und arbeite) geboren, den Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner war umgekehrt die kontemplative Durchdringung der „Aktion“ wichtig. Das spannungsvolle In- und Gegeneinander von Aktion und Kontemplation spielt bis in die Gegenwart hinein: War nämlich ein kontemplatives Leben im aufgeklärten Fortschrittsdenken als Hindernis empfunden worden, so werde es heute mehr und mehr als heilsame Entschleunigung erfahre.
Geistvolles Leben
Augsburger Allgemeine Mittwoch, 18. Mai 2011
Spirituell will heutzutage jeder sein. Um ein Leben aus einer besonderen Haltung, mit Tiefe, Sinn und höheren Werten als dem bloßen Streben nach dem Materiellen zu führen. „Spiritualität steht für eine vielgestaltige Suche nach einem Ort der Fülle“, sagt Dr. Wolfgang Vogl, ab dem Wintersemester der erste Inhaber der Professur für Theologie des geistlichen Lebens an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Als Vorgeschmack hielt der 45-jährige Priester aus Konnersreuth in der Oberpfalz einen programmatischen Vortrag über sein Fach, das neu zu akademischen Ehren kommt und doch recht alte Wurzeln hat. So stand am Ausgang des Mittelalters ein Konzept persönlicher Frömmigkeit hoch im Kurs, das den heutigen Bedürfnissen nach Sinngebung sehr nahe kommt. Vogl veranschaulichte es mit einem Andachtsbild von Dieric Bouts aus der Alten Pinakothek in München. Eine Flusslandschaft ist darauf zu sehen. Am linken Ufer wandelt Jesus scheinbar schwerelos und ins Gebet versunken. Am rechten Ufer steht Johannes der Täufer und weist mit seiner Hand auf Jesus; vor ihm kniet der fromme Stifter des Bildes, die linke Hand des Johannes ruht auf seiner Schulter. Der Blick geht bei allen Dargestellten nach innen. „Der Betrachter wird aufgefordert zu einem inneren Zwiegespräch mit Jesus“, erklärte Vogl. Doch dies ist keine weltflüchtige Frömmigkeit, vielmehr diente sie als Quelle zum Bestehen des Alltags. „Die sogenannte Devotio moderna fand im städtischen Bürgertum weiten Widerhall“, wusste der Theologe. Dem Einzelnen half diese Spiritualität, das Äußere zu überwinden und in das inwendige Reich Christi einzutreten. Was wiederum zu weltlichen Werken der Frömmigkeit motivierte. Der Stifter von Bouts Bild etwa gründete ein Wohnheim für bedürftige Studenten. Auch Wolfgang Vogl zielt mit seinem Fach auf eine theologisch-wissenschaftliche Deutungsweise (Hermeneutik) eines vom Heiligen Geist bestimmten christlichen Lebens ab. Zugrunde liegt die Annahme, dass Mensch und Gott aufeinander bezogen sind und dass Mystik, also die innere Schau, und Aszetik, also die Ausrichtung des praktischen Lebens nach geistlichen Aspekten, sich dabei ergänzen. Vogl ist durchaus bewusst, dass es auf diesem Feld der intensiven Reflexion bedarf, damit nicht jeder Spleen als Spiritualität durchgeht. Eine Theologie des geistlichen Lebens brauche die Konsultation mit der empirischen Anthropologie, der historischen Forschung, der theologischen Systematik, der (Entwicklungs-) Psychologie und Soziologie. „Zwischen der skeptisch-beobachtenden Außensicht der Human- und Sozialwissenschaften und der gläubigen Beteiligtenperspektive der Theologen ergibt sich ein bisweilen mühsamer, aber auch befruchtender Dialog“, meinte Vogl, der längere Zeit am Institut für Spiritualität an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom studiert hat.
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Für Entschleunigung an der Uni
Sonntagsblatt Sonntag, 23. Januar 2011
Ökumenische Studentengemeinde in Augsburg betont die Wichtigkeit der Hochschulseelsorge Mit der Reform des Universitätsstudiums hat sich der Leistungsdruck für Studenten spürbar gesteigert. Leistungsdenken und Wettbewerb spielen seit der grundlegenden Reform der Hochschulen und der Verkürzung der Studienzeit eine noch größere Rolle im Leben der Studenten. Eine Tatsache, die viele neben ...
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Hochschulen vor dem Schicksalsjahr
Augsburger Allgemeine Montag, 17. Januar 2011
2011 ist ein Schicksalsjahr der bayerischen Gymnasien und Hochschulen „und es braucht Gottvertrauen darauf, die passenden Studienangebote gebastelt zu haben“, meinte Hochschulpräsident Hans-Eberhard Schurk beim ökumenischen Neujahrsempfang der Evangelischen Studierendengemeinde (ESG) und der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG). Um dem doppelten Abiturjahrgang gerecht zu werden, hofft Schurk auch auf die Hochschulgemeinden. „In der Sorge um die Studierenden sind sie uns eine große Stütze, weil sie den einzelnen Menschen ernst und wahrnehmen“, sagte er in der Stephanuskirche. ESG-Pfarrer Friedrich Benning bestätigte ihn: 2011 sei ein spannender Jahrgang mit vielen Unwägbarkeiten. Sein KHG-Kollege Pfarrer Thomas Groll riet zu einem bewussteren Umgang mit der Zeit ebenso wie Uni-Vizepräsident Werner Wiater. Er unterstrich die Warnung der Pädagogen, dass nicht schon die Kinder dem Termindruck geopfert werden, sondern Gelegenheit zum zeitungebundenen Herumstreifen und Entdecken haben sollen. Regionalbischof Michael Grabow widmete seinen Festvortrag den „Chancen des Christseins heute“. Er habe dank der Kirche immer Orientierung im ständigen Wandel unserer Verhältnisse und Werte bezogen. Glauben dränge aber auch zur Welt: „Christsein hat grundsätzlich eine politische Dimension.“ (loi)
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Scharfe Vorwürfe gegen Minister
Augsburger Allgemeine Donnerstag, 2. Dezember 2010
Wolfgang Heubisch wird in Augsburg für „Klientelpolitik“ seiner Partei kritisiert Ob Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch die Torte ins Gesicht kriegen sollte oder nur in die Hände gedrückt, das ließ sich hinterher nicht mehr genau feststellen. Tatsache ist, dass der FDP-Politiker von einigen Studentenvertretern schon auf dem Podium in der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) für „neidfördernde Klientelpolitik“ seiner Partei scharf kritisiert worden ist („Sie sollten sich schämen!“). Anstatt die Studierenden mit Gebühren zu belasten, damit der Hochschulbetrieb überhaupt noch einigermaßen funktioniert, sollten die Besserverdienenden mehr Steuern zahlen. Eigentlich sollte die Diskussion, die der frühere Studentenpfarrer Florian Schuller, jetzt Direktor der Katholischen Akademie in Bayern, ruhig moderierte, um die Frage gehen: „Macht Bildung glücklich?“ Doch die Eingangsstatements waren kaum verklungen, da prasselten die Fragen nach der Hochschulfinanzierung auf den Minister ein. Könne man seine Beteuerung, dass alle jungen Leute in Bayern studieren sollten, die es nur wollen – ganz gleich von welchem Weg sie kommen, angesicht der sozialen Hürde der Studiengebühren überhaupt ernst nehmen? Verlagere der Staat nicht zunehmend die Grundkosten der Unis auf die Studierenden? „Was ist das für eine Verbesserung, wenn dank meiner Gebühren erst mal alle Kurse stattfinden, die ich belegen muss?“ „Das Studium in der Breite, wie wir es anbieten, ist nur möglich, weil es Gebühren gibt“, bestätigte Uni-Vizepräsident Prof. Werner Wiater. Beunruhigung löste die verhängte Haushaltssperre der Staatsregierung aus, denn in den Etats der Hochschule gibt es keinen Speck. Heubisch räumte ein, die Kürzung („um 0,75 Prozent“) sei „schmerzlich“. Er werde im Kabinett verhandeln, um die Sperre im Wissenschaftshaushalt 2011 zu revidieren. „Die Zielvereinbarungen mit den einzelnen Hochschule werden selbstverständlich eingehalten“, versicherte der Minister. Ausdrücklich recht gab Heubisch den Studenten für ihre Proteste gegen Leistungsdruck und verschultes Studium. Bachelor und Master seien in Bayern zu starr eingeführt worden. „Ich glaube, inzwischen ist eine Erleichterung eingetreten“, meinte er. Seine Bemerkung, jede Hochschule könne selbst ihre Bachelorstudiengänge flexibel zwischen sechs und acht Semestern einrichten, traf auf den Widerspruch von Uni-Vize Wiater. Mehr Freiräume im Studium seien zwar eine berechtigte Forderung, aber unterschiedliche Studienzeiten könnten ein Nachteil für die Absolventen sein. Hochschulpräsident Prof. Hans-Eberhard Schurk gab indes bekannt, zukünftig könnten Ingenieur-Masterstudenten das letzte Jahr völlig frei belegen, um ihnen Auslandsstudien zu ermöglichen. Man sei auch dabei, den Druck aus dem Bachelorstudium herauszunehmen, sodass nicht die erste Prüfung mit vollem Gewicht in die Endnote eingeht.
Ein Geschenk und viele Wünsche
Fünf Gläubige erzählen, was sie sich vom neuen Bischof Konrad Zdarsa erhoffen Samstag, 23. Oktober 2010
Augsburger Allgemeine - www.augsburger-allgemeine.de Mixas Abgang hat viel Gesprächsbedarf hinterlassen. Nicht nur ältere, sondern auch junge Christen sind gespalten, sagt der Student Jonas Gnad: „Die eine Seite sieht vor allem die bösen Medien, die andere die Missstände.“ Mixa soll Heimkinder geschlagen haben und hatte sich durch Ausflüchte unglaubwürdig gemacht. Der 22-Jährige hofft, „dass die Spaltung nach Mixas Abgang überwunden werden kann“. Er wünscht sich den Bischof als Vermittler. Gnad hofft aber auch auf ein offenes Ohr für die Sorgen und Themen junger Menschen wie Sexualität und Zukunft. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Katholischen Hochschulgemeinde wird er auf dem Weg des Bischofs Luftballons mit Wünschen steigen lassen.
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Hier wird (nicht) gefeiert
Augschburger Oktoberfeschd Dienstag, 19. Oktober 2010
Augsburger Allgemeine - www.augsburger-allgemeine.de Auch im neuen Wintersemester kann kräftig gefeiert werden. Der Anfang ist gemacht: Vergangene Woche wurde das „Echte Augschburger Oktoberfeschd“ an der Uni ausgerufen. Rund 400 Studienanfänger ließen sich Brathendl und Würstel gratis schmecken, stemmten Bierkrüge und amüsierten sich zur Blasmusik – fast so wie auf der Münchener Wiesn, nur billiger. Veranstalter des neuen Events waren die Katholische und Evangelische Hochschulgemeinde. „Wir wollten den Erstsemestern Alternativen bieten, weil der städtische Empfang heuer ausfällt“, sagt Studentenpfarrerin Regina von Haller-Beckmann.
"Jeder kann es schaffen!?"
Bildung und Elite Dienstag, 1. Juni 2010
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Die Zukunft des Fußballs ist weiblich
Renate Lingor zu Gast in der KHG Dienstag, 16. März 2010
Der Superstar des deutschen Frauenfußballs, Renate Lingor, ist zurzeit als Botschafterin der Frauenweltmeisterschaft 2011 in Deutschland unterwegs. Vor einiger Zeit war die ehemalige Spitzensportlerin, deren Eltern aus der Sowjetunion kommen, zu Gast bei der Katholischen Hochschulgemeinde in Augsburg. In einem Gespräch mit den Moderatoren Andreas Ihm und Sandra Ferrone erzählte sie, was Frauenfußball ausmacht, und warum gerade diese Sportart ihr Leben ist. Anschließend stellte sie sich den Fragen aus dem Publikum. DRZ-Redakteur Paul Lies war dabei und stellt nun die spannendsten Antworten vor.
Appell für mehr Menschlichkeit
Neujahrsempfang der Hochschulgemeinden Donnerstag, 14. Januar 2010
Sie können sich den Artikel downloaden oder [hier](http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Lokales/Augsburg-Stadt/Lokalnews/Artikel,-Appell-fuer-mehr-Menschlichkeit-_arid,2044828_regid,2_puid,2_pageid,4490.html), auf der Seite der Augsburger Allgemeinen Zeitung, nachlesen.
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Amtseinführung von Dr. Groll und P. Sebastian
Donnerstag, 19. November 2009
"Beweg deinen A...!"
Dienstag, 13. Oktober 2009
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Thomas Groll neuer Studentenpfarrer
Dienstag, 9. Juni 2009
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